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Die Stadt Dianium und der Aufstand des Sertorius
Die Stadt Dianium war eine wichtige Hafenstadt an der Ostküste Hispaniens und spielte während des Aufstandes des Quintus Sertorius eine bedeutende Rolle. Aufgrund ihrer günstigen Lage am Mittelmeer entwickelte sie sich zu einem wichtigen Stützpunkt seiner Herrschaft in Spanien. Von hier aus konnte Sertorius Verbindungen zu Verbündeten aufrechterhalten und seine militärischen Operationen gegen die Truppen des römischen Senats koordinieren. Ebenso erwähnt Cicero auch die Stadt Dianium in seinen Reden gegen Verres. (In Verrem actio secunda, 1,34)
Lage der Stadt
Dianium lag an der Ostküste der Iberischen Halbinsel in der heutigen spanischen Region Valencia.
Das moderne:
Dénia
geht direkt auf die antike Stadt zurück.
Dianium verfügte über:
einen geschützten Naturhafen
gute Verbindungen entlang der Mittelmeerküste
Zugang zum Hinterland Hispaniens
Diese Lage machte die Stadt sowohl wirtschaftlich als auch militärisch wertvoll.
Namensherkunft
Der Name Dianium leitet sich wohl von der Göttin Diana ab.
Wahrscheinlich befand sich dort ein Heiligtum oder Kultort der Göttin, von dem die Stadt ihren Namen erhielt.
Wer war Quintus Sertorius?
Quintus Sertorius (ca. 123–72 v. Chr.) war ein Anhänger der popularen Partei des Gaius Marius.
Nach dem Sieg des Lucius Cornelius Sulla im Bürgerkrieg musste Sertorius Italien verlassen.
Er begab sich nach Hispania und errichtete dort eine Gegenregierung, die sich dem von Sulla beherrschten Rom widersetzte.
Der Sertorianische Krieg (80–72 v. Chr.)
Der sogenannte Sertorianische Krieg war einer der gefährlichsten inneren Konflikte der späten römischen Republik.
Sertorius gelang es:
zahlreiche iberische Stämme zu gewinnen
ehemalige Marianer um sich zu sammeln
eine eigene Verwaltung aufzubauen
Er regierte große Teile Hispaniens nahezu unabhängig von Rom.
Zeitgenössische Autoren schildern ihn als außerordentlich fähigen Feldherrn und Politiker.
Dianium als Flottenstützpunkt
Für Sertorius war Dianium besonders wichtig.
Die Stadt wurde:
einer seiner wichtigsten Häfen
Hauptstützpunkt seiner Flotte
Von Dianium aus konnte er:
Nachschub erhalten
Truppen transportieren
Verbindungen zu Verbündeten im Mittelmeerraum unterhalten
Besonders wichtig waren Kontakte zu Mithridates VI. dem großen Gegner Roms im Osten.
Die sertorianische Flotte kontrollierte zeitweise weite Teile der spanischen Ostküste.
Sertorius' Herrschaft in Hispania
Sertorius beschränkte sich nicht auf militärische Aktionen.
Er gründete in Hispania eine Art Gegenstaat.
Zu seinen Maßnahmen gehörten:
Einrichtung eines Senats aus römischen Exilanten
Ausbildung einheimischer Eliten
Förderung lokaler Verbündeter
Besonders bekannt wurde seine Schule in Osca wo die Söhne iberischer Adliger nach römischem Vorbild erzogen wurden.
Kampf gegen Pompeius
Um Sertorius zu besiegen, entsandte Rom schließlich Gnaeus Pompeius Magnus sowie Quintus Caecilius Metellus Pius nach Hispania.
Trotz ihrer Überlegenheit gelang es ihnen jahrelang nicht, Sertorius entscheidend zu schlagen.
Seine Kenntnisse des Landes und seine Unterstützung durch die einheimische Bevölkerung machten ihn zu einem gefährlichen Gegner.
Das Ende des Aufstandes
Nicht die Römer selbst beendeten Sertorius' Herrschaft.
Im Jahr 72 v. Chr. wurde er von seinem Offizier Marcus Perperna ermordet.
Nach seinem Tod zerfiel die Bewegung rasch.
Perperna wurde kurze Zeit später von Pompeius besiegt und hingerichtet.
Damit endete der Sertorianische Krieg.