Die Volsker – die frühen Erbfeinde Roms
Die Volsker (Volsci) waren ein italischer Volksstamm in Mittelitalien und gehörten zu den wichtigsten Gegnern Roms in der frühen Republik. Bei Livius erscheinen sie über viele Bücher hinweg als ständige Bedrohung für das römische Umland.
Wer waren die Volsker?
Die Volsker waren:
ein eigener italischer Volksstamm
sie waren weder Etrusker noch klassische Latiner
sprachlich wahrscheinlich dem osko-umbrischen Sprachkreis ( verwandt mit dem Lateinischen!) zugehörig
Sie gehörten also zur gleichen großen Kulturwelt wie Samniten und Osker, nicht zur etruskischen.
Siedlungsgebiet
Das Gebiet der Volsker lag:
südöstlich von Rom
im späteren Latium adiectum
zwischen dem latinischen Kernland und Kampanien
Wichtige Städte der Volsker waren:
Antium
Tarracina (Anxur)
Privernum
Sora
Warum waren sie Feinde Roms?
Die Feindschaft hatte drei Hauptgründe:
1. Territorialer Konflikt
Rom expandierte genau in Richtung volskisches Gebiet.
2. Wirtschaft
Beide Völker konkurrierten um fruchtbares Ackerland und Handelswege.
3. Politische Konkurrenz
Rom beanspruchte die Vorherrschaft in Latium und ganz Mittelitalien, die Volsker widersetzten sich zusammen mit vielen anderen Völkern.
Die Volsker bei Livius
In den frühen Büchern der Republik:
fast jedes Jahrzehnt Krieg gegen Volsker (siehe beispielsweise AUC, 1, 53)
wechselnde Bündnisse mit Aequern und Sabinern
häufige Kämpfe um Grenzstädte
Bei Livius sind die Volsker der wichtigste Dauerfeind der jungen Republik (zusammen mit dem etruskischen Veii).
Die Volsker in der Aeneis: Die Heldin Camilla
Auch in der römischen Literatur spielen die Volsker eine symbolische Rolle. In Vergils Aeneis erscheint die berühmte Kriegerin Camilla als:
Anführerin der Volsker
Verbündete von Turnus
Gegnerin des Aeneas
Camilla wird als:
außergewöhnlich schnell
tapfer
fast schon amazonisch dargestellt
Ihre Figur zeigt, dass die Volsker schon lange gegen die Römer Widerstand geleistet haben und untermauert nur die These der Volsker als Erbfeinde Roms.
Militärischer Charakter
Die Volsker erscheinen in den Quellen als:
kampfstark
mutig
aber politisch zersplittert
Sie hatten viele unabhängige Städte und keine zentrale Machtstruktur, was langfristig ihre Unterwerfung erleichterte.
Der Untergang der Volsker
Im 4. Jahrhundert v. Chr.:
Eroberung durch Rom
Gründung römischer Kolonien
Integration der Bevölkerung
Am Ende verschwinden sie als eigenständiges Volk und werden vollständig romanisiert und in das römische System integriert sowie fast alle Volkstämme Mittelitaliens.
Historische Bedeutung
Die Volsker zeigen exemplarisch:
wie gefährlich Roms Frühphase war
wie wichtig militärische Expansion wurde
wie Rom Rivalen nicht nur besiegte, sondern auch integrierte
Sie sind damit ein Schlüsselbeispiel für die Entstehung der römischen Vormacht in Mittelitalien und ebenso auch für Roms Widerstandsfähigkeit in der Frühphase der Republik.