Vicus Tuscus
Der Vicus Tuscus („etruskisches Viertel“) war ein Stadtteil im antiken Rom im Bereich zwischen dem Forum Romanum und dem Circus Maximus, am Rand des Palatin. Er lag an einer wichtigen Verkehrsverbindung, die später ebenfalls als Vicus Tuscus bezeichnet wurde.
Name und Entstehung
Der Name bedeutet wörtlich „etruskisches Viertel“. Nach der römischen Überlieferung entstand diese Bezeichnung, weil sich hier Etrusker niederließen.
Der Historiker Titus Livius berichtet, dass nach den Kämpfen zwischen Rom und der etruskischen Stadt Clusium etruskische Krieger und Gefolgsleute des Königs Lars Porsenna in diesem Teil der Stadt nach Rom kamen, nachdem sie in einer Schlacht vor Aricia besiegt und in die Flucht geschlagen worden waren. Die Römer gewährten dieses Zuflucht und ließen sie sich dort ansiedeln. Daher erhielt das Viertel den Namen „Vicus Tuscus“. (AUC, 2,14)
Lage
Der Vicus Tuscus lag im Zentrum Roms und verband den Bereich des Forum Romanum mit dem Tal des Circus Maximus. Er verlief zwischen zwei der wichtigsten Hügel der Stadt:
Durch diese Lage gehörte das Viertel zu den stark frequentierten Bereichen der Stadt.
Entwicklung zum Handelsviertel
In der späteren Republik entwickelte sich der Vicus Tuscus zu einem lebhaften Geschäftsviertel. Antike Autoren berichten von zahlreichen Händlern, besonders von Verkäufern von Luxuswaren, Parfümen und Weihrauch.
Die Nähe zum Forum und zu großen öffentlichen Veranstaltungen im Circus Maximus sorgte dafür, dass hier ständig viele Menschen unterwegs waren.