Mons Capitolinus – das Kapitol
Der Mons Capitolinus (Kapitol) war einer der bedeutendsten Hügel des antiken Rom und bildete das religiöse und symbolische Zentrum der römischen Stadt. Obwohl er flächenmäßig zu den kleineren der Sieben Hügel Roms gehörte, spielte er eine herausragende Rolle für Religion, Politik und Selbstverständnis des römischen Staates.
Lage und Topographie
Der Kapitolshügel liegt im Zentrum der antiken Stadt unmittelbar westlich des Forum Romanum. Der Hügel bestand aus zwei Hauptkuppen:
dem Arx im Norden
dem Capitolium im Süden
Zwischen beiden lag eine kleine Senke, das sogenannte Asylum. Durch seine Lage über dem Forum war der Hügel sowohl strategisch als auch symbolisch äußerst wichtig.
Religiöse Bedeutung
Der Kapitol war vor allem das religiöse Herz der römischen Staatsreligion. Auf seiner südlichen Kuppe stand der wichtigste Tempel der Stadt:
der Tempel des Iuppiter Optimus Maximus (Kapitolinischer Tempel)
Dieser Tempel war der Capitolinischen Trias gewidmet:
Iuppiter
Iuno Regina
Minerva
Hier wurden wichtige Staatsopfer durchgeführt, und hier endeten auch die Triumphzüge römischer Feldherren.
Auf der nördlichen Kuppe befand sich außerdem der Tempel der Juno Moneta, neben dem später auch die römische Münzstätte eingerichtet wurde, daher stammt das Wort „Moneta“, von dem viele moderne Wörter für Geld abgeleitet sind.
Politische und militärische Rolle
Der Kapitol war auch eine wichtige Festung der Stadt. Besonders die nördliche Spitze (Arx) diente als befestigter Bereich und Beobachtungspunkt.
Berühmt ist die Episode während des gallischen Angriffs auf Rom im Jahr 390 v. Chr., als die heiligen Gänse der Juno angeblich die Römer vor einem nächtlichen Angriff der Gallier warnten. Diese Episode wird von Titus Livius in seiner Geschichte Roms überliefert (AUC, 5, 47).
Der Hügel blieb daher lange Zeit ein Symbol für die Unbesiegbarkeit Roms.
Das Kapitol als Symbol des römischen Staates
Das Kapitol war nicht nur ein geografischer Ort, sondern auch ein politisches Symbol. Viele zentrale Handlungen des römischen Staates standen in Verbindung mit diesem Hügel:
Feldherren brachten nach Siegen Opfer für Jupiter dar
wichtige Staatsgelübde wurden hier abgelegt
Verträge und Gelübde konnten hier bestätigt werden
Der Ausdruck „capitolium“ wurde deshalb oft synonym für die Macht und Größe Roms verwendet.
Entwicklung in der Kaiserzeit
Auch in der Kaiserzeit blieb der Kapitol ein zentraler religiöser Ort. Der Tempel des Jupiter wurde mehrfach zerstört (z. B. durch Brände) und wieder aufgebaut, unter anderem von Vespasian und Domitian.
Der Hügel blieb somit über viele Jahrhunderte hinweg eines der wichtigsten Heiligtümer des römischen Staates.