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Marcus Antonius – einer der berühmtesten Redner der römischen Republik
Herkunft und Leben
Marcus Antonius (143–87 v. Chr.) war einer der bedeutendsten Redner der späten römischen Republik.
Er stammte aus einer angesehenen Familie und machte Karriere als:
Redner (orator)
Politiker
Konsul (99 v. Chr.)
Er war der Großvater des später berühmten Triumvirn Marcus Antonius (Marc Anton). (Nicht Verwechseln!)
Bedeutung als Redner
Marcus Antonius galt als einer der besten Redner seiner Zeit – zusammen mit:
Lucius Licinius Crassus
Seine Redekunst zeichnete sich aus durch:
große Überzeugungskraft
geschickten Einsatz von Emotionen
Anpassung an die jeweilige Situation
Er war weniger theoretisch als andere Redner, aber dafür besonders wirkungsvoll in der Praxis (Actio).
Darstellung bei Cicero
Unser Wissen über ihn stammt vor allem von Marcus Tullius Cicero, der ihn in mehreren Werken beschreibt, besonders in:
De oratore
Dort erscheint Antonius als erfahrener und kluger Redner, der genau weiß, wie man Menschen überzeugt.
Antonius in den Verrinen (Actio secunda 1,23)
In den Reden gegen den Statthalter Verres erwähnt Cicero Antonius auch in einem praktischen Zusammenhang.
Kontext: Rechnungsbücher
Cicero spricht über:
Buchführung
Dokumentation von Einnahmen und Ausgaben
den Umgang mit Rechnungsbüchern
Rolle des Antonius: Cicero sagt, dass Antonius oft vorgeworfen wurde, keine Rechnungsbücher geführt zu haben. Das stimmte aber nicht, er sagt dies explizit, damit sich Verres nicht auf Antonius berufen kann, da Verres selbst keine Rechnungsbücher geführt hatte.
Bedeutung:
Antonius steht für Seriosität und Professionalität
seine Autorität wird genutzt, um Ciceros Argument zu stärken und Verres' Argument vorwegzunehmen
Politische Karriere
Neben seiner Tätigkeit als Redner war Antonius auch politisch aktiv:
Konsul im Jahr 99 v. Chr.
Beteiligung an militärischen Unternehmungen
Einfluss im Senat
Seine Karriere zeigt die enge Verbindung von: Redekunst und politischer Macht in Rom (!)
Tod des Antonius
Während der politischen Unruhen der späten Republik wurde Antonius Opfer der Gewalt:
87 v. Chr. wurde er auf Befehl von Anhängern des Gaius Marius getötet
Sein Tod zeigt die zunehmende Brutalität der römischen Politik in dieser Zeit. (Siehe Bürgerkrieg Marius vs. Sulla)
Bedeutung für die römische Geschichte
Marcus Antonius war:
einer der größten Redner vor Cicero
ein Vorbild für spätere Generationen
ein Beispiel für die Verbindung von Rhetorik und Politik
Er steht für die Blüte der römischen Redekunst in der Republik.