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Gnaeus Marcius Coriolanus – Aristokrat, Feldherr und Gegner des Volkes
Herkunft und Aufstieg
Gnaeus Marcius Coriolanus lebte im 5. Jahrhundert v. Chr. und gehörte zu den frühen Heldenfiguren der römischen Geschichte.
Er stammte aus einer patrizischen Familie und zeichnete sich früh durch:
militärischen Mut
Entschlossenheit
aristokratisches Selbstbewusstsein
aus.
Seinen Beinamen „Coriolanus“ erhielt er nach der Eroberung der volskischen Stadt Corioli. (AUC, 2,33)
Politische Haltung
Coriolanus war ein überzeugter Vertreter der Patrizier (Adel).
Er lehnte die wachsenden Rechte der Plebejer ab, insbesondere:
politische Mitbestimmung des Volkes
Er vertrat eine sehr konservative und elitäre Haltung.
Die Getreidekrise und die Rede (Liv. 2,34)
In Ab urbe condita, Buch 2, Kapitel 34, beschreibt Titus Livius eine entscheidende Episode für diese Haltung:
Hintergrund
In Rom herrschte Getreidemangel
Getreide wurde aus dem Ausland beschafft
die Frage war, zu welchen Bedingungen es verteilt werden sollte
Coriolanus’ Position
Coriolanus hielt eine scharfe Rede:
Er forderte, das Getreide nur dann günstig an das Volk abzugeben, wenn die Plebejer auf ihre zuvor hart erfochtenen politischen Rechte verzichten würden.
Konkret wollte er:
das Volkstribunat schwächen oder abschaffen
die Macht der Patrizier wieder stärken
Das machte ihn beim Volk extrem unbeliebt.
Verbannung aus Rom
Die Plebejer reagierten empört:
Die Volkstribunen griffen ein
Coriolanus wurde angeklagt
Ergebnis: Verbannung aus Rom
Seitenwechsel zu den Volskern
Nach seiner Verbannung ging Coriolanus zu den Feinden Roms:
den Volskern
unter ihrem Anführer Attius Tullius
Dort wurde er:
militärischer Führer
wichtiger Verbündeter gegen Rom
Feldzug gegen Rom
Coriolanus führte ein Heer gegen seine eigene Heimatstadt:
mehrere Städte fielen
Rom geriet in große Gefahr
Die Lage war äußerst kritisch.
Die berühmte Begegnung mit seiner Familie (AUC,2,40)
Der Legende nach wurde Coriolanus schließlich aufgehalten durch:
seine Mutter Veturia
seine Frau
Sie baten ihn, Rom zu verschonen.
Coriolanus ließ sich überzeugen und zog ab.
Sein Ende (Ebenso Liv.,2,40)
Über sein weiteres Schicksal gibt es verschiedene Versionen:
In einer Version wird er von den Volskern getötet
in anderen lebt er im Exil
Die genaue historische Wahrheit ist unklar.
Bedeutung der Figur
Coriolanus ist weniger eine rein historische Figur als vielmehr ein moralisches Beispiel.
Er steht für:
1. Aristokratischen Stolz
kompromisslos
gegen das Volk gerichtet
2. Politische Spannungen
Konflikt zwischen Patriziern und Plebejern
Streit um Macht und Mitbestimmung
3. Gefahr persönlicher Macht
ein römischer Bürger kämpft gegen seine eigene Stadt
Darstellung bei Livius
Titus Livius nutzt die Geschichte:
als moralische Lehrerzählung
zur Darstellung der Ständekämpfe
als Warnung vor politischer Unnachgiebigkeit