Praeneste: Mächtige Latinerstadt und bedeutendes Heiligtum der Fortuna
Praeneste war eine der bedeutendsten Städte des antiken Latium und gehörte lange Zeit zu den wichtigsten Rivalen Roms. Die Stadt war sowohl militärisch als auch wirtschaftlich bedeutsam und wurde in der römischen Welt vor allem durch das berühmte Heiligtum der Fortuna Primigenia bekannt. Bei Titus Livius erscheint Praeneste mehrfach als Gegner und späterer Verbündeter Roms.
Lage der Stadt
Praeneste lag:
etwa 35 Kilometer östlich von Rom
am Rand der Albaner und Hernikischen Berge
auf einem steilen Höhenrücken über der latinischen Ebene
Das heutige:
Palestrina
befindet sich an derselben Stelle.
Die Lage bot:
hervorragende Verteidigungsmöglichkeiten
Kontrolle wichtiger Straßen ins Binnenland
strategische Bedeutung für ganz Latium
Ursprünge und frühe Geschichte
Die Gründung Praenestes verliert sich in der Frühgeschichte Italiens.
Schon vor dem Aufstieg Roms war die Stadt:
ein bedeutendes Zentrum der Latiner
wirtschaftlich wohlhabend
militärisch stark befestigt
Archäologische Funde zeigen:
Besiedlung bereits in der frühen Eisenzeit
In der Königs- und Frührepublik gehörte Praeneste zu den bedeutendsten Städten Mittelitaliens.
Praeneste und Rom
Die Beziehungen zu Rom waren wechselhaft.
Zeitweise war Praeneste:
Verbündeter Roms
andere Male:
Gegner in den latinischen Konflikten
Hier berichtet Livius, dass Praeneste von den Volskern bedroht wird und in die Auseinandersetzungen der frühen Republik verwickelt ist.
Livius 6,27–29
In diesen Kapiteln schildert Livius Kämpfe zwischen Rom und Praeneste im 4. Jahrhundert v. Chr.
Praeneste gehörte damals zu den stärksten Gegnern Roms in Latium.
Die Stadt:
schloss Bündnisse gegen Rom
unterstützte anti-römische Koalitionen
Livius 6,30–31
Der römische Feldherr:
Marcus Furius Camillus führt erfolgreiche Feldzüge gegen die latinischen Gegner.
Praeneste wird dabei mehrfach erwähnt.
Livius 8,12–14
Im Zusammenhang mit dem Latinischen Krieg erscheint Praeneste erneut auf der Seite der Gegner Roms.
Nach dem römischen Sieg verliert die Stadt ihre politische Selbstständigkeit und wird fest in das römische Herrschaftssystem eingebunden.
Das Heiligtum der Fortuna Primigenia
Die größte Berühmtheit erlangte Praeneste durch den Kult der Fortuna Primigenia
Fortuna wurde hier verehrt als:
Schicksalsgöttin
Schutzgöttin von Kindern
Orakelgöttin
Das Heiligtum war eines der berühmtesten Italiens.
Pilger kamen aus:
ganz Italien
später aus dem gesamten Römischen Reich
um das Orakel zu befragen.
Das Orakel von Praeneste
Besonders bekannt waren die:
sortes Praenestinae
Dabei handelte es sich um:
Orakellose
heilige Tafeln oder Lose
mit deren Hilfe der Wille der Göttin ermittelt wurde.
Selbst bedeutende Politiker und Feldherren suchten das Heiligtum auf.
Praeneste in der späten Republik
Während des Bürgerkriegs zwischen Lucius Cornelius Sulla und Gaius Marius
spielte Praeneste nochmals eine wichtige Rolle.
Im Jahr 82 v. Chr. wurde die Stadt:
von Sulla belagert
schließlich erobert
Danach wurde dort:
eine Veteranenkolonie gegründet