Fortuna: Göttin des Glücks, des Schicksals und des Erfolgs
Fortuna war eine der bedeutendsten und beliebtesten Göttinnen der römischen Religion. Sie galt als Herrin des Glücks und Unglücks, des persönlichen Schicksals sowie des Erfolgs im privaten und öffentlichen Leben. Ihre Verehrung war in allen Schichten der Gesellschaft verbreitet – von einfachen Bürgern bis hin zu Feldherren und Kaisern.
Wesen der Göttin Fortuna
Der Name Fortuna leitet sich vom lateinischen Wort:
fors = „Zufall“, „Glück“, „Schicksal“ ab.
Die Römer glaubten, dass Fortuna:
Glück schenken konnte
Erfolg gewähren konnte
Menschen vor Unglück bewahren konnte
aber auch ihr Glück wieder entziehen konnte
Sie verkörperte die Unberechenbarkeit des menschlichen Lebens.
Herkunft und Entwicklung
Die Verehrung Fortunas ist bereits in der Königszeit belegt.
Nach römischer Überlieferung förderte besonders Servius Tullius ihren Kult.
Später wurde Fortuna zu einer der wichtigsten Gottheiten der Republik und Kaiserzeit.
Dabei nahm sie Einflüsse auf von:
italischen Religionen
der griechischen Göttin Tyche
Im Laufe der Jahrhunderte entstanden zahlreiche Erscheinungsformen der Fortuna mit jeweils besonderen Zuständigkeiten.
Die Aufgabenbereiche der Fortuna
Glück und Zufall
Fortuna entschied über:
Erfolg oder Misserfolg
Reichtum oder Armut
Sieg oder Niederlage
Viele Römer glaubten, dass selbst große Leistungen letztlich von Fortuna abhängig seien.
Persönliches Schicksal
Fortuna wurde angerufen bei:
wichtigen Entscheidungen
Reisen
Geschäftsabschlüssen
politischen Karrieren
Sie konnte:
Menschen emporheben
sie aber ebenso schnell wieder zu Fall bringen
Staatliches Wohl
Nicht nur Einzelpersonen, sondern auch:
Städte
Heere
der römische Staat
standen unter ihrem Schutz.
Viele Feldherren schrieben ihre Siege der Gunst der Fortuna zu.
Die verschiedenen Erscheinungsformen der Fortuna
Die Römer verehrten Fortuna unter zahlreichen Beinamen.
Fortuna Primigenia
„Die ursprüngliche Fortuna“
Ein berühmtes Heiligtum befand sich in Praeneste.
Dort war Fortuna vor allem:
Orakelgöttin
Schicksalsgöttin
Fortuna Publica
Beschützerin:
des römischen Volkes
des Staates
Fortuna Virilis
Beschützerin:
der Männer
Beschützerin:
der Frauen
Dieser Kult wird bei Titus Livius im Zusammenhang mit der Geschichte des Coriolanus erwähnt (Livius AUC, 2,40)
Dort stiften römische Frauen einen Tempel für Fortuna, nachdem sie durch ihr Eingreifen die Rettung Roms bewirkt haben.
Fortuna Huiusce Diei
„Fortuna dieses Tages“
Eine Gottheit:
des unmittelbaren Erfolgs
des glücklichen Ausgangs eines Vorhabens
Tempel und Heiligtümer
Fortuna besaß zahlreiche Heiligtümer.
Zu den bekanntesten gehörten:
Fortuna Primigenia in Praeneste
Eines der größten Heiligtümer Italiens.
An der Straße nach Antium
Errichtet nach der Coriolanus-Sage.
Tempel der Fortuna auf dem Forum Boarium
Eines der ältesten Heiligtümer Roms.
Darstellung der Göttin
Fortuna wird meist dargestellt mit:
Glücksrad (rota Fortunae)
Symbol für:
den Wechsel des Schicksals
Füllhorn (cornucopia)
Symbol für:
Wohlstand
Reichtum
Überfluss
Steuerruder
Symbol dafür:
dass sie das Schicksal der Menschen lenkt
Manchmal trägt sie:
Augenbinde oder Schleier
als Zeichen ihrer Unberechenbarkeit.