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Milet: Die bedeutendste griechische Stadt Kleinasiens
Die Stadt Milet (gr. Μίλητος) war eine der berühmtesten und einflussreichsten Städte der griechischen Antike. Die Stadt lag an der Westküste Kleinasiens und entwickelte sich zu einem Zentrum des Handels, der Seefahrt, der Wissenschaft und der Philosophie. Von Milet gingen zahlreiche Koloniegründungen aus, und berühmte Denker wie Thales von Milet machten die Stadt zu einer Wiege der griechischen Naturphilosophie. Auch in der römischen Zeit blieb Milet eine bedeutende Stadt der Provinz Asia und erscheint unter anderem in den Reden des Marcus Tullius Cicero. (siehe In Verrem, actio secunda, 1,34)
Lage der Stadt
Milet lag an der Westküste Kleinasiens in der Landschaft Ionien.
Die Stadt befand sich:
südlich von Ephesos
nahe der Mündung des Flusses Mäander (Maeander)
an der Ägäis
Heute liegen die Ruinen im Westen der Türkei.
In der Antike besaß Milet mehrere natürliche Häfen und war dadurch hervorragend für den Seehandel geeignet.
Gründung und frühe Geschichte
Milet war ursprünglich vermutlich eine karische Siedlung, bevor sich dort griechische Siedler niederließen.
Nach griechischer Überlieferung wurde die Stadt von Ioniern besiedelt und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Städte des:
Ionischen Bundes (Panionion)
Bereits im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. war Milet eine wohlhabende Handelsmetropole.
Die große Kolonialmacht
Keine andere griechische Stadt gründete vermutlich so viele Kolonien wie Milet.
Antike Autoren schreiben der Stadt die Gründung von etwa:
70 bis 90 Kolonien
zu.
Diese entstanden vor allem:
an den Küsten des Schwarzen Meeres
im Gebiet der heutigen Ukraine
in Thrakien
am Hellespont
Zu den bekanntesten milesischen Gründungen gehörten:
Sinope
Abydos
Kyzikos
Dadurch wurde Milet zu einer der reichsten Handelsstädte der griechischen Welt.
Milet als Zentrum der Philosophie
Besonders berühmt wurde die Stadt durch die sogenannte Milesische Schule
Hier wirkten die ersten großen Naturphilosophen Griechenlands:
Thales von Milet
Anaximander
Anaximenes
Diese Denker versuchten erstmals, die Welt nicht durch Mythen, sondern durch natürliche Ursachen zu erklären.
Deshalb gilt Milet häufig als Geburtsort der abendländischen Naturwissenschaft und Philosophie.
Milet unter den Persern
Im 6. Jahrhundert v. Chr. geriet Milet unter die Herrschaft des Achämenidenreich.
Die Stadt blieb zwar wohlhabend, verlor jedoch ihre politische Unabhängigkeit.
Besonders wichtig wurde Milet während des Ionischen Aufstands gegen die Perser.
Milet war das Zentrum dieser Erhebung.
Nach der Niederlage wurde die Stadt:
494 v. Chr. erobert
geplündert
teilweise zerstört
Der Fall Milets erschütterte die gesamte griechische Welt.
Alexander der Große
Im Jahr 334 v. Chr. erschien Alexander der Große an der kleinasiatischen Küste.
Nach der Belagerung von Milet wurde die Stadt Teil seines Reiches.
Anschließend gehörte Milet zu den hellenistischen Reichen der Nachfolger Alexanders.
Milet in der römischen Zeit
Unter der Herrschaft Roms wurde Milet Teil der Provinz Asia
Die Stadt blieb:
wohlhabend
kulturell bedeutend
ein wichtiges Handelszentrum
Für römische Beamte galt Milet als:
traditionsreiche griechische Polis
wirtschaftlich bedeutende Hafenstadt
Bedeutende Bauwerke
Milet besaß zahlreiche berühmte Bauwerke.
Das Theater
Eines der größten Theater Kleinasiens.
Es wurde später unter römischer Herrschaft erweitert.
Das Delphinion
Heiligtum des Gottes Apollon
Der Hafen
Die Hafenanlagen machten Milet über Jahrhunderte zu einer bedeutenden Handelsmetropole.
Niedergang
Durch die zunehmende Versandung der Mäandermündung verlor Milet allmählich den direkten Zugang zum Meer.
Dadurch:
nahm der Handel ab
verlor die Stadt an Bedeutung
Im Mittelalter war der einstige Hafen bereits weit vom Meer entfernt.