Die Perserkriege (499–479 v. Chr.)
Die Perserkriege waren eine Reihe von Kriegen zwischen dem mächtigen Perserreich und den griechischen Stadtstaaten im 5. Jahrhundert v. Chr. Sie entschieden darüber, ob Griechenland unabhängig bleiben oder Teil des persischen Weltreichs werden würde.
Ursachen der Perserkriege
1. Expansion des Perserreiches
Im 6. Jahrhundert v. Chr. entstand unter Kyros II. ein riesiges Reich, das sich von Kleinasien bis nach Indien erstreckte. Sein Nachfolger
Dareios I. dehnte das Reich weiter aus und unterwarf auch die griechischen Städte an der Westküste Kleinasiens (Ionien).
Diese griechischen Städte mussten:
Steuern zahlen
persische Statthalter akzeptieren
Soldaten für das Heer stellen
Viele Griechen empfanden dies als Fremdherrschaft.
2. Der Ionische Aufstand (499–494 v. Chr.)
Der eigentliche Auslöser der Perserkriege war der Ionische Aufstand.
Ablauf
499 v. Chr.: Die griechischen Städte in Ionien erhoben sich gegen die persische Herrschaft.
Die Städte Athen und Eretria unterstützten den Aufstand militärisch.
498 v. Chr.: Die Aufständischen brannten die persische Provinzhauptstadt Sardes nieder.
494 v. Chr.: Die Perser schlugen den Aufstand endgültig nieder und zerstörten die Stadt Milet.
Folgen
König Dareios schwor, sich an Athen zu rächen – damit begann der Konflikt zwischen Persien und dem griechischen Festland.
Erster Perserfeldzug (492–490 v. Chr.)
492 v. Chr. – erster Angriff auf Griechenland
Dareios sandte ein Heer nach Europa, um Griechenland zu unterwerfen. Ein Teil der Flotte ging jedoch in einem Sturm unter, sodass der Feldzug abgebrochen werden musste.
490 v. Chr. – Schlacht bei Marathon
Verlauf
Die Perser landeten bei Marathon in der Nähe von Athen.
Am 11. September 490 v. Chr. besiegten die Athener unter Miltiades die persische Armee.
Bedeutung
Erste große Niederlage des Perserreiches
Athen gewann enormes Selbstbewusstsein
Dareios begann sofort mit Vorbereitungen für einen neuen Feldzug
Zweiter Perserfeldzug unter Xerxes (480–479 v. Chr.)
Nach Dareios’ Tod führte sein Sohn Xerxes I. den Rachefeldzug gegen Griechenland.
Er stellte eines der größten Heere der Antike auf und überquerte 480 v. Chr. mit einer Pontonbrücke den Hellespont.
Die wichtigsten Schlachten des Jahres 480 v. Chr.
Schlacht bei den Thermopylen (August 480 v. Chr.)
Ein griechisches Heer unter dem spartanischen König Leonidas I. versuchte, den Persern den Weg nach Griechenland zu versperren.
Ort: Thermopylen
Die Griechen hielten den engen Pass drei Tage lang, wurden jedoch schließlich umgangen und besiegt.
Bedeutung
militärische Niederlage, aber moralischer Sieg
Zeitgewinn für die übrigen Griechen
Zerstörung Athens (480 v. Chr.)
Nach dem Sieg bei den Thermopylen marschierten die Perser nach Attika und zerstörten die geräumte Stadt Athen.
Seeschlacht bei Salamis (September 480 v. Chr.)
Die entscheidende Wende brachte die Seeschlacht bei Salamis.
Die griechische Flotte unter Themistokles lockte die persische Flotte in die engen Gewässer und zerstörte sie.
Folgen
Xerxes musste den größten Teil seines Heeres nach Persien zurückführen
Griechenland war nicht mehr unmittelbar bedroht
Das Kriegsende (479 v. Chr.)
Schlacht bei Plataiai (August 479 v. Chr.)
Das letzte große persische Landheer wurde bei Plataiai von einem griechischen Bündnis unter Sparta vernichtend geschlagen.
Am selben Tag siegte die griechische Flotte auch bei Mykale über die Perser.
Damit endete die persische Invasion Griechenlands endgültig.
Zeitlicher Überblick der Perserkriege
Jahr Ereignis
499–494 v. Chr. Ionischer Aufstand
492 v. Chr. Erster persischer Angriff
490 v. Chr. Schlacht bei Marathon
480 v. Chr. Thermopylen und Salamis
479 v. Chr. Plataiai und Mykale
Die Kriege dauerten insgesamt fast 20 Jahre, auch wenn die entscheidenden Schlachten nur wenige Jahre umfassten.
Warum die Perserkriege so wichtig waren
Die Kriege entschieden über die Zukunft Griechenlands:
Hätten die Perser gesiegt,
wäre Griechenland Teil des Perserreiches geworden
die Entwicklung der griechischen Demokratie – besonders in Athen – wäre wahrscheinlich gestoppt worden
Der Sieg der Griechen ermöglichte:
das „Goldene Zeitalter“ Athens
den Aufstieg von Philosophie, Theater und Wissenschaft
Diese kulturellen Entwicklungen beeinflussen Europa bis heute.