Tribunus Celerum – Befehlshaber der königlichen Leibgarde
Der tribunus celerum war in der frühen römischen Überlieferung ein hohes militärisches Amt zur Zeit der Könige und galt als der Anführer der königlichen Leibgarde, der sogenannten Celeres. Dieses Amt wird bereits auf den sagenhaften Stadtgründer Romulus zurückgeführt.
Die Celeres – die Leibgarde des Königs
Nach der römischen Tradition stellte Romulus eine Eliteeinheit von etwa 300 ausgewählten Kriegern auf, die Celeres („die Schnellen“) genannt wurden. Diese Truppe erfüllte mehrere Aufgaben:
persönliche Leibgarde des Königs
militärische Eliteeinheit im Kampf
vermutlich ursprünglich eine berittene Truppe oder zumindest besonders bewegliche Krieger, daher der Name "die Schnellen"
Der Name deutet auf Schnelligkeit und Einsatzbereitschaft hin, was gut zu einer Schutz- und Eingreiftruppe passt.
Aufgaben des Tribunus Celerum
Der tribunus celerum war der unmittelbare Befehlshaber dieser Einheit und damit einer der wichtigsten Männer im königlichen Staat. Zu seinen Aufgaben gehörten:
Führung der königlichen Leibgarde
militärische Unterstützung des Königs
Stellvertretung des Königs im militärischen Bereich
Sicherung der königlichen Autorität
Es ist also ein durchaus wichtiges Amt, das nur Leute bekamen, denen der König vertrauen konnte.
Rolle in der römischen Frühgeschichte
Besonders bekannt wird das Amt in den Berichten des Historikers Titus Livius über den Sturz des letzten Königs. Dort spielt Lucius Iunius Brutus, der spätere Begründer der Republik, zeitweise die Rolle eines tribunus celerum. Die Kontrolle über diese Eliteeinheit verlieh ihm erheblichen politischen Einfluss. (vgl. AUC, 1, 59)
Mit dem Ende der Monarchie verschwand das Amt jedoch weitgehend aus der römischen Staatsordnung. Eine königliche Leibgarde machte ohne König wenig Sinn. Die Konsuln wurden in der Folgezeit durch die Liktoren "geschützt". Auch wenn die Angst vor einem politischen Attentat eigentlich nicht vorhanden war, da dieser sowieso nur ein Jahr an der Macht war. Ebenso mussten die Konsuln ihre Macht auch nicht militärisch absichern.
Bedeutung des Amtes
Der tribunus celerum zeigt, wie eng im frühen Rom militärische Macht, persönliche Gefolgschaft und königliche Herrschaft miteinander verbunden waren. Die Existenz einer königlichen Elitegarde unterstreicht außerdem, dass selbst die frühen römischen Könige ihre Macht auch militärisch absichern mussten.