Hadrianus von Utica: Ein Opfer seiner eigenen Taten in Utica, Africa
Der von Marcus Tullius Cicero erwähnte Hadrianus ist eine eher wenig bekannte, aber eindrückliche Figur aus den Verrinen. In In Verrem II,1 27 schildert Cicero sein gewaltsames Ende in der Stadt Utica.
Kontext: Verres und die Provinzen
Die Stelle steht im Zusammenhang mit Ciceros Anklage gegen Gaius Verres:
Cicero führt zahlreiche Beispiele für Missstände in den Provinzen an
dabei geht es nicht nur um Sizilien, sondern auch um frühere Ereignisse im Umfeld römischer Statthalter
Cicero möchte hierbei schildern, dass Verres glimpflich davongekommen ist, wohingegen Hadrianus für seine Verbrechen von der Lokalbevölkerung ermordet wurde.
Wer war Hadrianus?
Hadrianus war:
ein römischer Amtsträger oder Beamter (genaue Funktion unklar)
in der Provinz Afrika tätig
offenbar in Konflikte mit der lokalen Bevölkerung verwickelt
Die Quellenlage ist sehr knapp und fast nur durch Cicero überliefert.
Der Tod in Utica (In Verrem,2,1,27)
Cicero berichtet, dass Hadrianus:
in Utica von einer aufgebrachten Menge angegriffen wurde
schließlich verbrannt wurde
Dieses Ereignis wird als:
besonders grausam
Ausdruck von Unordnung und Gewalt
dargestellt.
Cicero nimmt hier Hadrianus als Beispiel für eine einzigartige Ruchlosigkeit und Schamlosigkeit, die nur Verres teilt. Verres kam aber mit seinem Leben davon, wohingegen Hadrianus lebendig verbrannt wurde. Cicero argumentiert also indirekt, dass es nur gerecht gewesen wäre, dass Verres für seine Taten auch lebendig verbrannt worden wäre und den Preis gezahlt hätte.