Die Salier (Salii)
Die Salier waren ein bedeutendes römisches Priesterkollegium, das eng mit dem Kriegsgott Mars verbunden war und zu den ältesten religiösen Institutionen Roms gehörte. Ihre Aufgaben lagen vor allem in der Pflege alter Kulttraditionen und in rituellen Handlungen zum Schutz des römischen Staates.
Ursprung und Gründung
Der Überlieferung nach wurden die Salier vom zweiten römischen König Numa Pompilius gegründet, der zahlreiche religiöse Einrichtungen geschaffen haben soll. Ziel war es, die göttliche Ordnung zu sichern und Rom unter den Schutz der Götter zu stellen. (vgl. AUC, 1, 20)
Der Name Salii leitet sich vom lateinischen Verb salire („springen“, „tanzen“) ab, ein Hinweis auf ihr auffälligstes Ritual.
Die Aufgabe der Salier
Die Salier waren Priester des Mars und bewahrten die sogenannten ancilia, heilige Schilde, die als göttliche Schutzzeichen Roms galten. Einer Legende zufolge sei eines dieser Schilde vom Himmel gefallen und habe die besondere göttliche Gunst für Rom gezeigt.
Um Diebstahl zu verhindern, ließ Numa mehrere identische Schilde anfertigen, sodass das echte nicht erkannt werden konnte.
Die rituellen Umzüge
Berühmt waren die Salier vor allem für ihre feierlichen Prozessionen im Monat März, dem ursprünglich dem Mars gewidmeten Jahresbeginn. Dabei:
trugen sie die heiligen Schilde (ancilia) durch die Stadt,
führten einen rituellen Springtanz auf,
sangen sehr alte Kultlieder (carmina Saliaria),
und baten die Götter um Schutz und militärischen Erfolg.
Diese Gesänge galten schon in der Antike als so alt, dass viele Römer ihren Wortlaut kaum noch verstanden.
Bedeutung für den römischen Staat
Die Salier zeigen deutlich, wie eng Religion, Krieg und Staat im frühen Rom miteinander verbunden waren. Ihre Rituale sollten nicht einzelne Menschen, sondern die gesamte Gemeinschaft schützen.
Solange die heiligen Riten korrekt ausgeführt wurden, glaubte man, stehe Rom unter göttlichem Schutz und könne nicht bezwungen werden, ein zentraler Gedanke der römischen Religion.