Suessa Pometia – Eine verschwundene Stadt Latiums
Suessa Pometia war eine antike Stadt in Latium vetus, südöstlich von Rom, die in der Frühzeit der römischen Geschichte eine gewisse Bedeutung hatte, später jedoch vollständig verschwand. Bei Livius erscheint sie unter anderem als der Ort, in den die Söhne des Königs Ancus Marcius ins Exil geschickt wurden oder eher freiwillig ins Exil gingen, nachdem sie den König Tarquinius Priscus ermorden ließen. Dieser Anschlag hatte nicht die erhoffte Wirkung und sie blieben trotzdem politisch entmachtet (AUC, 1,40-41).
Lage und Entfernung zu Rom
Suessa Pometia lag vermutlich in der Pomptinischen Ebene (ager Pomptinus), also in dem flachen, stark versumpften Gebiet südlich von Rom. Die genaue Lage ist heute nicht mehr sicher bestimmbar, wird aber meist zwischen etwa 40 und 60 Kilometer südöstlich von Rom angesetzt, in der Gegend des heutigen Latina / Cisterna di Latina.
Die Stadt lag damit an einer strategisch wichtigen Verbindung zwischen:
Rom
den Volskern
und den südlichen Gebieten Latiums
Suessa Pometia in der Überlieferung
In den frühen Quellen erscheint Suessa Pometia als:
eine wohlhabende Stadt,
möglicherweise volskisch oder latinisch,
und zeitweise ein politischer Gegenspieler Roms.
Livius berichtet, dass Tarquinius Superbus später gegen Suessa Pometia Krieg führte und die Stadt eroberte. Der Reichtum der Stadt soll so groß gewesen sein, dass aus der Beute der Tempel des Iuppiter Optimus Maximus auf dem Kapitol mitfinanziert wurde (AUC, 1,53).
Untergang und Verschwinden
Suessa Pometia wurde spätestens im 5. Jahrhundert v. Chr. zerstört und nie wieder aufgebaut. Der Niedergang hängt vermutlich mit zwei Faktoren zusammen:
Römische Expansion: Die Stadt wurde militärisch besiegt und politisch ausgeschaltet.
Versumpfung der Landschaft: Die Pomptinische Ebene verwandelte sich zunehmend in ein Sumpfgebiet, was eine Wiederbesiedlung erschwerte.
Anders als viele andere Städte blieb Suessa Pometia archäologisch fast spurlos, was sie zu einer der berühmtesten „verlorenen Städte“ der frühen römischen Geschichte macht.
Bedeutung bei Livius
Bei Livius erfüllt Suessa Pometia vor allem eine erzählerische Funktion:
Sie ist der Exilort der entmachteten Königsöhne,
ein Symbol für den politischen Umbruch von Ancus zu Tarquinius Priscus,
und später ein Beispiel für den Reichtum der besiegten Feinde Roms.
Damit steht die Stadt zugleich für den Übergang von einer lockeren latinischen Welt zur römischen Vorherrschaft.