Mons Tarpeius – Der Straf- und Erinnerungsort Roms
Der Mons Tarpeius (auch Rupes Tarpeia, „Tarpeischer Felsen“) ist der steile Südabhang des Kapitols in Rom. Er war einer der symbolträchtigsten Orte der Stadt, berühmt vor allem als Hinrichtungsstätte für Staatsverbrecher.
Lage
Der Tarpeische Felsen befindet sich am Südhang des Kapitols, direkt über dem Forum Romanum. Er lag damit im politischen Zentrum Roms und dies ganz bewusst: Die Strafe sollte öffentlich, abschreckend und demonstrativ sein.
Wofür war der Mons Tarpeius berühmt?
1. Hinrichtungsort für Hochverräter
Vom Felsen wurden Personen gestürzt, die des Hochverrats (perduellio) oder schwerer Staatsverbrechen schuldig gesprochen worden waren.
Typische Verurteilte
Verräter
Aufständische
besonders gefährliche Staatsfeinde
Der Sturz vom Felsen war:
entehrend
öffentlich
symbolträchtig
2. Die Sage von Tarpeia (vgl. AUC, 1, 11)
Der Felsen ist nach Tarpeia benannt.
Der Überlieferung nach verriet Tarpeia während der Sabinerkriege die Stadt Rom:
Sie öffnete den Sabinern das Tor, der Sage nach, weil sie „das verlangte, was sie am linken Arm trugen“ (die goldenen Armreife).
Die Sabiner warfen ihr jedoch ihre Schilde (ebenfalls am linken Arm getragen) auf den Körper und erschlugen sie.
Seitdem galt ihr Name als Inbegriff des Verrats. Die Episode steht im Zusammenhang mit der Frühzeit Roms unter Romulus.
Symbolische Bedeutung
Der Mons Tarpeius wurde zu einem moralischen Mahnmal:
„Arx Tarpeia Capitoli proxima“ –
Der Tarpeische Felsen liegt sehr nahe am Kapitol.
Diese Redewendung bedeutet:
Ruhm und Sturz liegen nahe beieinander. Oder Hochmut kommt vor dem Fall, der Fall kann jeden Monat kommen, vor allem, wenn man sich seinerselbst zu sicher ist.
Gerade weil sich auf dem Kapitol der höchste religiöse und politische Ort Roms befand, wirkte der Abgrund darunter umso dramatischer.
Historische Beispiele
Mehrere Personen sollen dort hingerichtet worden sein, u. a.:
Spurius Cassius (wegen angeblicher Königsambitionen)
Marcus Manlius Capitolinus (wegen Hochverrats)
Bei Titus Livius wird der Ort mehrfach erwähnt, besonders im Zusammenhang mit inneren Konflikten der Republik und Hochverrat.