Der Gottt Ianus Quirinus - Herkunft und Bedeutung
Wer ist Ianus Quirinus?
Ianus Quirinus ist eine besondere Erscheinungsform des Gottes Janus, des Gottes der Übergänge, Tore und Anfänge. Der Beiname Quirinus verbindet Janus hier ausdrücklich mit der römischen Bürgerschaft und dem Zustand des Friedens. Während Janus allgemein für Bewegung, Wechsel und Übergang steht, bezeichnet Ianus Quirinus Janus als den Gott des inneren, befriedeten römischen Gemeinwesens.
Die Tore des Ianus Quirinus
Der berühmteste Kult des Ianus Quirinus war das Ianustor (Ianus Geminus) im Forum Romanum. Dieses Tor hatte eine klare Bedeutung:
offen, wenn Rom im Krieg war
geschlossen, wenn im ganzen Reich Frieden herrschte
Geschlossene Tore des Ianus Quirinus waren daher ein außerordentliches Ereignis – sie bedeuteten, dass kein römisches Heer irgendwo kämpfte.
Die Bedeutung des Beinamen Quirinus
Der Name Quirinus ist eng mit dem römischen Volk als Gemeinschaft verbunden. In der Frühzeit bezeichnete Quirites die römischen Bürger im zivilen, nicht-militärischen Zustand.
Ianus Quirinus ist also der Janus:
der über Rom wacht, wenn es nicht als Heer, sondern als Bürgergemeinde existiert.
Er verkörpert den Übergang vom Krieg zum Frieden, vom bewaffneten Heer zur geordneten Bürgerschaft.
Religiöse Bedeutung
Janus als Gott der Schwellen wird hier zum Hüter des Friedenszustands. Wenn seine Tore geschlossen sind, befindet sich Rom vollständig innerhalb seiner eigenen Ordnung – keine äußere Gewalt greift ein, keine Grenzen werden überschritten.
Der Kult zeigt, wie sehr die Römer Krieg und Frieden als sakrale Zustände verstanden.
Ianus Quirinus bei Livius
Bei Livius erscheint Ianus Quirinus besonders im Zusammenhang mit Numa Pompilius, dem religiösen König Roms. Numa soll die Tore des Janus geschlossen haben, um den Frieden nach den Kriegen der Frühzeit rituell zu besiegeln. Damit wird Ianus Quirinus zu einem Symbol für die religiöse Stiftung des Friedens.