Ephesos – eine der bedeutendsten Städte der Antike
Ephesos (griechisch Ἔφεσος , lateinisch Ephesus) war eine der größten und wichtigsten Städte der antiken Mittelmeerwelt. Sie lag an der Westküste Kleinasiens (heutige Türkei) in der Landschaft Ionien und war über Jahrhunderte hinweg ein politisches, wirtschaftliches und vor allem religiöses Zentrum.
Schon in der Antike galt Ephesos als eine der reichsten Städte des Ostens und als „Tor zwischen Griechenland und Asien“.
Gründung und frühe Geschichte
Ephesos wurde ursprünglich von griechischen Siedlern aus Ionien und Attika gegründet. Die Stadt entstand in einer strategisch extrem günstigen Lage:
an einer fruchtbaren Ebene
mit einem guten Hafen
an wichtigen Handelsrouten zwischen Ägäis und Binnenasien
Früh entwickelte sich Ephesos zu einer Großstadt mit internationalem Handel.
Das Artemision: der Tempel der Artemis (lat. Diana)
Berühmt war Ephesos vor allem wegen des Tempels der Artemis (lateinisch: Diana), dem sogenannten Artemision.
Dieser Tempel galt in der Antike als eines der Sieben Weltwunder.
Der Bau war gigantisch
vollständig aus Marmor
über 120 Säulen
größer als jeder andere griechische Tempel seiner Zeit
Der Tempel war nicht nur ein Heiligtum, sondern auch
Wallfahrtsort
Schatzhaus
Zentrum internationaler Kultpraxis
Die Artemis von Ephesos war dabei nicht identisch mit der klassischen griechischen Jägerin Artemis. Sie war eher eine alte anatolische Fruchtbarkeitsgöttin, die später mit Artemis/Diana gleichgesetzt wurde. Dies passierte oft mit lokalen Gottheiten, die dann dem griechischen Götterpantheon zugeordnet worden waren.
Zerstörung und Neubau
356 v. Chr. wurde der Tempel absichtlich von einem Mann namens Herostratos in Brand gesteckt, nur um berühmt zu werden. Ironischerweise erreichte er genau das. Der Tempel wurde später noch größer und prächtiger neu aufgebaut, doch in der Spätantike verfiel das Heiligtum endgültig, besonders mit dem Aufkommen des Christentums.
Heute sind nur noch Reste der Fundamente und einzelne Säulen erhalten.
Ephesos in römischer Zeit
Unter römischer Herrschaft wurde Ephesos zur Hauptstadt der Provinz Asia und war eine der größten Städte des gesamten Reiches, mit vermutlich über 200.000 Einwohnern.
Typisch römische Monumente:
riesiges Theater (ca. 25.000 Plätze)
Bibliothek des Celsus
Marmorstraßen, Thermen, Tempel, Foren
Ephesos war damit eine klassische Metropole der Kaiserzeit.
Niedergang und Verfall
Der Niedergang kam schleichend:
Der Hafen verlandete durch Versandung.
Handelsrouten verschoben sich.
Erdbeben und politische Instabilität taten ihr Übriges.
Im Mittelalter war Ephesos praktisch verlassen.
Bedeutung im Kontext von Livius (vgl. Livius, AUC, 1, 45)
Wenn Livius Ephesos erwähnt, dann meist im Zusammenhang mit:
griechischen Heiligtümern
diplomatischen Gesandtschaften
dem Ruf der Stadt als religiöses Zentrum des Ostens
So kann man sich das Diana Heiligtum in Ephesus vorstellen, für seine Zeit sicherlich sehr eindrucksvoll und zu Recht eines der sieben Weltwunder der Antike.