Die Schlacht am See Regillus – Rom gegen die Latiner und Tarquinius Superbus
Historischer Hintergrund
Nach der Vertreibung des letzten römischen Königs Lucius Tarquinius Superbus (AUC,1,59-60) versuchte dieser, mit Hilfe benachbarter Völker seine Herrschaft zurückzugewinnen. Besonders wichtig waren dabei die latinischen Städte, die unter Führung seines Schwiegersohns Octavius Mamilius gegen Rom in den Krieg zogen.
Diese Auseinandersetzung führte schließlich zur Entscheidungsschlacht am See Regillus, die traditionell um 496 v. Chr. datiert wird.
Verlauf der Schlacht
Livius beginnt die Schilderung der Ereignisse in Buch 2, Kapitel 19. Rom ernannte für den Krieg einen Diktator, Aulus Postumius Albus, der den Oberbefehl über das Heer übernahm. Sein Stellvertreter war der Magister equitum Titus Aebutius.
Die Schlacht entwickelte sich zu einem erbitterten Kampf zwischen Römern und Latinern. Mehrere Zweikämpfe zwischen führenden Männern beider Seiten, darunter Postumius und Mamilius, geben der Darstellung bei Livius einen fast epischen Charakter.
Mythologische Elemente
Ein besonders bekanntes Element der Überlieferung ist das Eingreifen der Dioskuren, Castor und Pollux, die angeblich auf Seiten der Römer in die Schlacht eingegriffen und so den Sieg herbeigeführt haben sollen. Postumius hat ihnen einen Tempel gelobt, wenn sie ihn unterstützen. (AUC,2,20)
Diese Erzählung zeigt, wie eng in der römischen Frühgeschichte historische Erinnerung und religiöse Deutung miteinander verbunden waren.
Ergebnis und Folgen
Die Römer gewannen die Schlacht und konnten damit die Rückkehr der Tarquinier endgültig verhindern. Der Sieg stärkte die junge Republik erheblich und festigte ihre Stellung gegenüber den latinischen Städten.
In der Folge kam es zu einer Neuordnung der Beziehungen zwischen Rom und dem Latinerbund, die später im sogenannten Foedus Cassianum ihren Ausdruck fand. Dieser Vertrag sicherte Roms Vormachtstellung im Latinischen Bund und fungierte als eine Art Defensivallianz.
Bedeutung in der römischen Erinnerung
Die Schlacht am See Regillus wurde in der römischen Tradition zu einem Symbol für den Sieg der Republik über die monarchische Vergangenheit. Sie markiert den Moment, in dem Rom seine Unabhängigkeit von den Tarquiniern endgültig sicherte und seine führende Rolle in Latium behauptete.