Die prätorische Kohorte (Cohors Praetoria)
Die prätorische Kohorte (cohors praetoria) bezeichnete ursprünglich im republikanischen Rom eine militärische Eliteeinheit, die einen hohen römischen Magistraten oder Feldherrn persönlich begleitete und schützte. Erst später entwickelte sich daraus die berühmte kaiserliche Leibgarde.
Ursprung in der Republik
Der Begriff leitet sich vom praetorium ab, dem Zelt oder Hauptquartier eines Feldherrn im Heerlager. Die Soldaten, die dieses Hauptquartier bewachten, bildeten die cohors praetoria.
In der römischen Republik bestand diese Einheit meist aus:
besonders zuverlässigen Soldaten,
erfahrenen Offizieren,
engen Gefolgsleuten des Feldherrn.
Sie war also keine feste staatliche Institution, sondern wurde jeweils für einen Feldzug zusammengestellt.
Aufgaben der prätorischen Kohorte
Die prätorische Kohorte erfüllte mehrere Funktionen:
Schutz des Feldherrn oder Statthalters
Bewachung des Hauptquartiers
Übermittlung wichtiger Befehle
militärische Reserveeinheit im Kampf
Demonstration von Autorität gegenüber Soldaten und Provinzen
Da sie sich in unmittelbarer Nähe des Befehlshabers befand, galt sie als besonders angesehen.
Rolle in den Provinzen und bei Magistraten
Auch Statthalter außerhalb Roms konnten eine solche Kohorte mit sich führen. Dadurch verfügten sie über eine persönliche Schutztruppe und zugleich über ein sichtbares Zeichen ihrer Amtsgewalt.
Im republikanischen Kontext war die prätorische Kohorte daher vor allem Teil der provinzialen Amtsführung oder Teil eines Feldzuges, nicht einer kaiserlichen Sicherheitsstruktur in Rom.
Entwicklung in der Kaiserzeit
Erst unter Augustus wurde aus diesen persönlichen Begleittruppen eine dauerhafte Einheit: die Prätorianergarde, die als feste Leibgarde des Kaisers in Rom stationiert war.
Damit wandelte sich eine ursprünglich militärische Feldlagertruppe zu einer politisch äußerst einflussreichen Institution, die später sogar Kaiser ermorden sollte. (z. B. Caligula)