Feronia - Wesen und Bedeutung
Feronia ist eine altitalische Göttin der Freiheit, Fruchtbarkeit und der wilden Natur. Sie wurde besonders von Menschen verehrt, die außerhalb der traditionellen sozialen Ordnung standen, darunter Freigelassene, Reisende und ländliche Gemeinschaften. Ihr Kult verbindet Aspekte von Schutz, Neubeginn und natürlicher Lebenskraft.
Herkunft und Verbreitung
Der Kult der Feronia stammt aus dem sabellischen und etruskischen Raum Mittelitaliens und wurde später in Rom übernommen. Ihre Verehrung ist in mehreren Regionen Latiums und Etruriens belegt, was ihre Bedeutung als überregional verehrte Gottheit zeigt.
Heiligtümer der Feronia
Das wichtigste Heiligtum der Feronia befand sich bei Lucus Feroniae, einem heiligen Hain nahe der Via Tiberina. Dieser Ort war zugleich religiöses und wirtschaftliches Zentrum, da dort Märkte und Versammlungen stattfanden. Auch in Rom existierte ein Tempel der Göttin.
Feronia bei Livius
Bei Titus Livius erscheint Feronia im Zusammenhang mit älteren Kulten und Heiligtümern Mittelitaliens. Ihre Erwähnung unterstreicht die Vielfalt der römischen Religion und ihre Wurzeln in italischen und etruskischen Traditionen. Ebenso werden Vorkommnisse auf ihrem Markt als Kriegsgrund zwischen Römern und Sabinern geschildert (vgl. AUC, 1, 30).
Religiöse Bedeutung
Feronia steht für die Vorstellung, dass göttliche Macht nicht nur in der geordneten Stadt, sondern auch in der freien Natur wirkt. Sie verkörpert Schutz und Erneuerung und spielte besonders für sozial benachteiligte Gruppen eine wichtige Rolle.